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Medienresonanz: Einordnung zu Angriffen auf Umspannwerke
„Wir müssen uns davon verabschieden, dass wir durch höhere Zäune und Überwachungskameras eine räumlich verteilte Kritische Infrastruktur wie unsere Stromnetze und Umspannwerke vollständig schützen können“, sagte HDKZ-Direktorin Michèle Knodt dem Science Media Center. | © AdobeStock, Christian Schwier
Wie können Kritische Infrastrukturen besser geschützt werden? Das fragten zahlreiche Medien nach den Sabotageangriffen auf die Energieversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen Anfang September. Über 100 Medien griffen dabei auf die Expertise von Michèle Knodt, Direktorin des Hessischen Drohnenkompetenzzentrums, zurück.
Man brauche bessere Sensorik, die Drohnen frühzeitig erkenne, so die Professorin für Politikwissenschaft im Interview mit der hessenschau des HR vom 2. September. Zudem müsse man wissen, dass das Zeitfenster zwischen Detektion und Abwehr sehr klein sei. Sie verwies auf Drohnen, die bis zu 700 Kilometer in der Stunde fliegen können. „Dieses Zeitfenster müssen wir besser nutzen als im Moment, um zur Abwehr zu kommen.“ Zeit für lange Absprachen sei nicht da. „Wir müssen klar regeln: Wer soll die Entscheidung treffen? Das ist mein Plädoyer: Die Betreiber Kritischer Infrastrukturen müssen die Kompetenz bekommen, selbst zu detektieren und selbst abzuwehren.“
Im Interview mit dem Deutschlandfunk in der Sendung „Forschung Aktuell“ vom 3. September erklärte Michèle Knodt: „Einen hundertprozentigen Schutz wird es nicht geben, und dessen müssen wir uns bewusst sein.“ Und weiter: „Wir müssen uns klarmachen, dass wir unser Stromsystem vor allem resilient bekommen müssen. Dass es, wenn etwas passiert ist, möglichst schnell wieder in die Funktionsfähigkeit kommt, also hochgefahren wird und wieder unseren Strom liefert.“
Um wieder handlungsfähig zu werden, nannte sie drei Punkte: schnell verfügbare Einsatzteams, Bevorratung von Ersatzteilen und Komponenten sowie Harmonisierung, damit sich Betreiber aushelfen können.
Über 100 Medienberichte in Print, Hörfunk und Fernsehen
Darüber hinaus befragte das Science Media Center Germany am 3. September Forscher:innen nach ihrer Einschätzung zu den Angriffen. Hier sagte die Politikwissenschaftlerin: „Wir begrüßen den Ansatz, dass Betreiber Kritischer Infrastruktur dort, wo dies sinnvoll und praktisch umsetzbar ist, Drohnen auf ihrem Gelände selbst detektieren und abwehren dürfen. Möglich würde dies durch eine sogenannte Beleihung. Dabei überträgt der Staat Befugnisse zur Drohnenabwehr an private Akteure, behält aber die Aufsicht. Für Netzbetreiber ist dies aber jedenfalls nicht flächendeckend eine realistische Option.“
Dieses und weitere Statements der Expertin griffen über 100 weitere Medien auf, darunter Frankfurter Rundschau, Welt online, Wirtschaftswoche, Redaktionsnetzwerk Deutschland und regionale Tageszeitungen wie HNA, Freie Presse und Nürnberger Nachrichten.
Auswahl der Medienberichte
HR hessenschau: „Kritische Infrastruktur im Visier“ (2.9.2026)
Wirtschaftswoche: „Zunahme von Sabotage befeuert Debatte über besseren Schutz“ (3.9.2026)